Roßkastanie - Aesculus hippocastanum
Familie der Roßkastaniengewächse - Hippocastanaceae

Der Kastanienbaum ist in den Balkanländern, im Kaukasus, in Kleinasien und im Himalaya beheimatet. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelangte er aus Nordgriechenland zu uns. Die Verwendungsmöglichkeiten von Rinde, Blüte, Samen und Blättern sind beträchtlich. Schon von Anfang an dienten die Samen als Mastfutter, Stärkelieferant und zur winterlichen Wildfütterung.

Über den Namen des Baumes schreibt Tabernaemontanus: "Werden Roßkastanien genennet, dieweil sie den keichenden Roßen behulfflich seyn." Kastanien wurden als Kaffeersatz verwendet, man behandelte sie genauso wie die Eicheln. Aus Kastanienmehl stellt man Leim, Wasch- und Haarpflegemittel her. Der Inhaltsstoff Aescin absorbiert ultraviolette Strahlen; er wird daher für Sonnenschutzmittel verwendet. Angeregt durch die volksmedizinische Verwendung aller Pflanzenteile untersuchte ein französischer Arzt die Wirkung der aus Samen gewonnenen Tinktur. 1896 konnte er über die erfolgreiche Behandlung von Hämorrhoiden berichten. Heute liefert die Roßkastanie eines unserer wichtigsten Venenheilmittel.

Verwendete Pflanzenteile
Roßkastaniensamen - Semen Hippocastani.

Inhaltsstoffe
Komplexes Gemisch aus Saponinen: der leicht kristallisierende Teil wird als Beta-Aescin bezeichnet, das wiederum ein Gemisch mehrerer Glykoside darstellt; flavonoide Glykoside; Catechingerbstoffe.

Eigenschaften
Steigerung der Blutumlaufgeschwindigkeit und des venösen Rückflusses; strafft erweiterte und erschlaffte Venen; bekämpft Wasserstauungen; entzündungswidrig (Aescin); krampflösend; antibiotisch.

Anwendungsgebiete
Venöse Stauungen (Krampfadern, Hämorrhoiden, Unterschenkelgeschwüre, Venenentzündungen); nächtliche Wadenkrämpfe; Ödeme.

Nebenwirkungen
Keine bei therapeutischer Dosierung.


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