Bischofskraut - Ammi visnaga
Familie der Doldengewächse - Apiaceae

Das Bischofskraut - ca. 1,5 m hoch, einjährig, hellblühend - ist im Mittelmeerraum heimisch. Es wird vor allem in Ägypten und Amerika kultiviert. Ammi visnaga gehört zu den Pflanzen, die lange Zeit vergessen und dann doch wieder in die Arzneibücher aufgenommen wurden. Dabei nennt sie bereits der altägyptische Papyrus Ebers. Im ägyptischen Sprachgebrauch wird die Pflanze auch "Khella" genannt (Khellakraut). Im Aussehen an unsere Mohrrübe erinnernd, ähneln die Früchte morphologisch denen von Anis, Fenchel und Kümmel. Die Doldenstrahlen werden zur Reifezeit sehr hart und schmecken angenehm würzig. Im Orient verwendet man sie deshalb heute noch als Zahnstocher.

Verwendeter Pflanzenteil
Ammi-Visnaga-Früchte - Fructus Ammi visnagae.

Inhaltsstoffe
Furanochrome (Khellin als Hauptvertreter) und Pyranocumarine (Visnadin mengenmässig vorherrschend).

Eigenschaften
Khellin hat krampflösende Eigenschaften, die auf Herzkranzgefäße, Bronchien, Magen, Darm, Gallenwege und ableitende Harnwege wirken. Angriffspunkt in der glatten Muskelzelle. Visnadin begünstigt den Energiestoffwechsel des Herzens: Es erweitert die Herzkranzgefäße, erhöht die Durchblutung des Herzmuskels ohne Zunahme des Sauerstoffverbrauchs.

Anwendungsgebiete
Angina pectoris; Bronchial-Asthma; Keuchhusten; krampfartige Erregungszustände des Magen-, Darmkanals; Gallenkoliken; schmerzhafte Menstruationen; Darmparasiten (Würmer).

Nebenwirkungen
Bei höherer Dosierung verursacht Khellin Schläfrigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen (neben Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen). Diese Beschwerden verschwinden jedoch sofort nach Absetzen der Droge.