Bergwohlverleih - Arnica montana
Familie der Korbblütler - Asteraceae

Die Arnika ist in Europa, im nördlichen Asien und Amerika weit verbreitet. Man findet sie hauptsächlich auf Torfmooren, gebirgigen und waldigen Wiesen. Man kann den Wohlverleih leicht daran erkennen, daß sich zumeist außer den endständigen Blütenköpfchen auch in den Achseln der beiden obersten, gegenständigen Blätter noch zwei weitere Blütenköpfchen befinden. Der Name Arnika stammt aus dem 17. Jahrhundert und leitet sich wohl von Ptarmica = Nieskraut ab, da der Staub der gepulverten Pflanze heftiges Niesen verursacht. Zum ersten Mal wird die Arnika von dem Zürcher Conrad Gessner (1561) erwähnt als "Alisma alpinum" und "Catha alpina".

Sebastian Kneipp: "Die Tinktur von Arnika halte ich für das erste Heilmittel bei Verwundungen und kann es deshalb nicht genug empfehlen". Nach alter Vorstellung trägt der Wohlverleih das wilde Wesen des Wolfes in sich. Wolfsauge, Wolfesgelega, Wolfsgelb sind alte Namen, die von den eigensinnigen und auch gefährlichen Eigenschaften dieses Krauts erzählen. Die Kraft der Arnika soll am Johannistag am stärksten sein. Neben Farnkraut und Johanniskraut wurde sie schon seit sehr alten Zeiten zu Sonnenritualen verwendet.

Verwendete Pflanzenteile
Arnikablüten (nur ausgezupfte Röhrenblüten) - Flores Arnicae, Arnikawurzel - Radix Arnicae.

Inhaltsstoffe
0,2 bis 0,4 Prozent ätherisches Öl mit Azulen, Thymol und Thymolmethyläther, Flavoglykoside (Astragalin, Isoquercetin, Lutein-7-Glucosid), Helenalin.

Eigenschaften
Innerlich: Zunahme des Koronardurchflusses, Steigerung der Herzleistung.
Äußerlich: Gefäßerweiternd, gefäß krampflösend, rasche Resorption von Blutungen und Exsudaten.

Anwendungsgebiete
Innerlich: Altersherz, Herzleistungsschwäche, Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße und des Gehirns.
Äußerlich: In Form von Öl oder Tinktur: Blutergüsse, Quetschungen, Muskelzerrungen, Muskeleinrisse, Knochenprellungen, Verrenkungen, Verstauchungen, rheumatische Muskel- und Gelenkbeschwerden, Gicht, Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, Furunkeln, Insektenbisse.

Nebenwirkungen
In therapeutischen Dosen keine. Unverdünnt zeigt die Tinktur auf der Haut Rötung mit Blasenbildung, auf den Schleimhäuten größere Reizerscheinungen. Die unverdünnte Einnahme größerer Mengen Tinktur bewirkt Entzündungen im Mund-, Rachen-, Magen- und Darmbereich mit Übelkeit und Erbrechen.