Spanischer Pfeffer - Capsicum annuum
Familie der Nachtschattengewächse - Solanaceae

Die Pflanze stammt aus Mittelamerika. Heute werden mehr als 50 Arten in den warmen Klimazonen der Erde angebaut. Der einjährige Strauch wird ca. 1 m hoch und trägt im Sommer kleine, weiße Blüten. Die unreifen Früchte sind grün und werden während der Reifung allmählich rot. Die rote Farbe basiert auf dem Gehalt von etwa 20 Karotinoiden. Die Fruchtsorten variieren in Größe, Form, Farbe und Geschmack. Man unterscheidet meist drei Gruppen: 1. Gemüsepaprika, 2. Tomatenpaprika, 3. Gewürzpaprika. Die ersten beiden Gruppen sind sehr vitaminreich und ein wertvolles Nahrungsmittel - besonders, nachdem es gelungen ist, Paprikasorten zu züchten, die praktisch capsaicinfrei sind. Für pharmazeutische Zwecke kommen jedoch nur Arten der 3. Gruppe in Betracht.

Verschiedene Paprikaarten - vom edelsüßen bis zum scharfen Paprika - bieten der Küche viele Verwendungsmöglichkeiten an. Fette Fleischspeisen z.B. werden durch dieses Gewürz wesentlich besser vertragen.

Verwendeter Pflanzenteil
Paprikafrüchte - Fructus Capsici.

Inhaltsstoffe
Capsaicin (Vanillylamid), Ursache des scharfen Geschmacks; weitere Vanillylamide; Steroidsaponine in den Samen, mit antibiotischer Wirksamkeit; Capsicosid (Glykosid); Solanin; Flavonglykoside; Karotinoide; Vitamine B2, C, E; 1,6 Prozent ätherisches Öl.

Eigenschaften
Innerlich: regt Magensaftsekretion und Darmperistaltik an; entwässernd. Äußerlich: Capsaicin erregt die Wärmerezeptoren der Haut und Schleimhaut und täuscht ein brennend heißes Gefühl vor, ohne aber entzündungserregend zu sein. Da Capsaicin durch die Haut resorbiert wird und die Kapillaren erweitert, wirkt es außerdem hyperämisierend.

Anwendungsgebiete
Innerlich: Verdauungsschwäche. Äußerlich: In Form von Pflastern, Salben u.ä. als Hautreizmittel: Rheumatische Beschwerden an Muskeln und Gelenken, Zerrungen, Verstauchungen.

Nebenwirkungen
Innerlich erzeugt der spanische Pfeffer in hohen Dosen sehr heftige Entzündungen der Magenschleimhaut und Darmwand. Auf der Haut bei längerer Einwirkung Pusteln.


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