Weißdorn - Crataegus oxyacantha, monogyna, pentagyna, nigra, azarolus
Familie der Rosengewächse - Rosaceae

Der Weißdorn ist am Rande von lichten Au-, Laub- oder Nadelwäldern häufig anzutreffen; sehr gerne in lichtem, weiträumigem Gebüsch, an Zäunen und Hecken. Der Dornen wegen eignet er sich sehr gut zur Umfriedung von Weiden, Grasland und Gärten. Die Blüten des bis zu fünf Meter hohen Strauches sind weiß (Name!). Der Fruchtknoten hat entweder einen oder zwei Griffel, die Früchte mit gelblichem Fleisch, außen scharlachrot gefärbt, haben entweder einen Kern (Crataegus monogyna) oder zwei (selten drei) Kerne (Crataegus oxyacantha). Diese botanische Eigenart hat dem Weißdorn zwar zwei wissenschaftliche Namen gegeben, für die Drogenkunde wie auch für die Volksheilkunde ist diese Unterscheidung jedoch ohne Belang. Zusätzlich werden auch ausländische Arten ausgewertet. Im Altertum dürfte der Weißdorn als Heilpflanze noch unbekannt gewesen sein. Systematische Forschung hat dem Weißdorn heute eine wichtige Stellung in der Therapie zugewiesen.

Verwendeter Pflanzenteil
Weißdornblätter - Folia Crataegi, Weißdornblüten - Flores Crataegi, Weißdornbeeren - Fructus Crataegi (in der zweiten Septemberhälfte und im Oktober gesammelt).

Inhaltsstoffe
0,15 Prozent ätherisches Öl in Blüten, Catechin, Epicatechin, Flavonoide (Quercetin, Hyperosid, Rutin, Vitexin), Gerbstoffe. Die wirksamen Crataegus-Inhaltsstoffe besitzen keine chemische Verwandtschaft zur Steroid-Lakton-Struktur der Digitalisglykoside und Digitaloide.

Eigenschaften
Verbesserung der koronaren Durchblutung (Erweiterung der Herzkranzgefäße), blutdruckregulierend (vor allem blutdrucksenkend), Leistungserhöhung des Herzmuskels, allgemein beruhigend. Nur eine längere Kur ist wirksam!

Anwendungsgebiete
Beginnende Herzleistungsschwäche, begleitet von überhöhtem Blutdruck als Folge von Arteriosklerose und Überlastung des Herzens; Herzmuskelschwäche und Infektionskrankheiten (Grippe), noch nicht digitalisbedürftiges Altersherz, Druck- und Beklemmungsgefühl in der Herzgegend, leichte Formen von bradykarden Herzrhythmusstörungen, Nachbehandlung von Herzinfarkt.

Nebenwirkungen
Auch bei längerer Behandlung völlig unschädlich, im Gegensatz zu Digitalisglykosiden und Digitaloiden.