Johanniskraut - Hypericum perforatum
Familie der Johanniskrautgewächse - Hypericaceae

Das Johanniskraut kommt in Europa, Nordafrika und Westasien auf sonnigen Heiden und Grasplätzen und an Waldrändern vor. Das echte Johanniskraut, auch Tüpfel-Hartheu genannt, erkennt man an dem rundlichen, zweikantigen Stengel und an den - gegen das Licht gehalten - perforierten Blättern (durchsichtige Exkretbehälter für ätherisches Öl). Beim Zerdrücken der frischen Blütenblätter tritt ein rubinroter Farbstoff aus (enthält Hypericin). Daher stammen die verschiedenen Volksnamen wie Christi Kreuzblut, Hergottsblut, St. Johannis-Blut u.a. Der Name Hartheu bezieht sich auf die festen Stengel, die das Heu "hart" machen.

Die Alten sahen in den goldgelben, fünfstrahligen Blüten die eingefangene Kraft der Sonne, die alles Dunkle, Dämonische vertreiben konnte. Die Kräfte der Sonnenpflanze brachten auch Licht ins "verdunkelte" Gemüt. Paracelsus lobte bereits die heilende Wirkung des Johanniskrauts bei Depressionen, Melancholie und Hysterie. Tatsächlich konnte die antidepressive Wirkung des Krauts klinisch nachgewiesen werden.

Verwendeter Pflanzenteil
Johanniskraut - Herba Hyperici, frische Johanniskrautblüten - Flores Hyperici recentes.

Inhaltsstoffe
Ätherisches Öl; Gerbstoffe; Flavonglykoside; rote Farbstoffe, in denen der Hauptwirkstoff Hypericin (Hypericumrot) enthalten ist.

Eigenschaften
Wundheilend (das mit Olivenöl hergestellte Johanniskrautöl wirkt granulationsfördernd), antibakteriell; leicht beruhigende Wirkung; Aufhellung der Stimmungslage; bessere Kapillardurchblutung (Hypericin wirkt optimal im natürlichen Wirkstoffkomplex).

Anwendungsgebiete
Innerlich: Psychovegitative Störungen, depressive Verstimmungszustände, Angst und/oder nervöse Unruhe; dyspeptische Beschwerden.
Äußerlich: Als Johanniskrautöl bei scharfen und stumpfen Verletzungen. Muskelschmerzen und leichten Verbrennungen.

Nebenwirkungen
Hypericin erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut. Man sollte daher bei Kuren ausgedehnte Sonnenbäder vermeiden.


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