Kiefer - Pinus palustris und Pinus silvestris
Familie der Kieferngewächse - Pinaceae

Die Kiefer wächst in ca. 100 verschiedenen Arten zwischen dem Polarkreis und Äquator. Früher nannte man unsere heimische Kiefer auch Feuerbaum oder Fackelbaum. Das war in einer Zeit, in der es noch kein elektrisches Licht gab. Aus dem besonders harzreichen Holz schnitt man die sogenannten Kienspäne, die, manchmal noch in Harz oder Pech getaucht, als Fackeln dienten. Das Kiefernharz, auch Terpentin oder Balsam genannt, ist ein altes Heilmittel. Zur Gewinnung wird die Borke des Stammes entfernt und die Rinde und das darunterliegende Splintholz V-förmig eingeschnitten. Durch Wasserdampfdestillation wird das Terpentin in zwei Komponenten aufgetrennt: in das mit Wasserdampf flüchtige Terpentinöl und in den nichtflüchtigen Rückstand Kolophonium. Der Rückstand dient heute noch als Gleitmittel zum Bestreichen von Geigenbögen. Ein weiteres wichtiges Handelsprodukt ist das aus Nadeln und Zweigspitzen gewonnene ätherische Öl. Die wichtigsten Lieferanten für Pinaceen-Produkte sind die nordamerikanische Sumpfkiefer (P. palustris), die Seestrandkiefer (P. pinaster) des Mittelmeergebiets und unsere Waldkiefer, auch Föhre genannt (P. sylvestris).

Verwendeter Pflanzenteil
Kieferntriebspitzen - Turiones Pini palustris/sylvestris, Terpentin - Terebinthina, Kiefernnadelöl der entsprechenden Arten - Oleum Pini palustris/sylvestris

Inhaltsstoffe
Terpentinöl: Ca. 80 bis 90 Prozent Alpha- und Beta-Pinen; Camphen; Dipenten; Delta-3-Caren. Kiefernnadelöl: u.a. Pinen, Sylvestren, Camphen, Bornylacetat in unterschiedlicher Zusammensetzung, je nach Kiefernart und Zeit der Gewinnung.

Eigenschaften
Örtlich hautreizend, auswurffördernd.

Anwendungsgebiete
Katarrhalische Erkrankungen der oberen und unteren Luftwege. Rheumatische und neuralgische Beschwerden.

Nebenwirkungen
Hohe Dosen können zu Hautreizungen führen.


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