Salbei - Salvia officinalis
Familie der Lippenblütler - Lamiaceae

Der echte Salbei, ein ausdauernder Halbstrauch, ist in den Mittelmeerländern heimisch. Er zählt zu den berühmtesten Heilpflanzen der abendländischen Medizin. In den ersten Jahrhunderten n.Chr. haben vermutlich die Römer den echten Salbei in Mitteleuropa eingeführt. Seitdem bildet er einen festen Bestandteil der Bauerngärten.

Lonicerus schreibt 1679 in seinem Kräuterbuch: "Salbey in Wein gesotten, damit gegurgelt, benimmt alle Versehrungen deß Halß und der Kehlen ... Salbeywasser ist zu Zähne und Zahnfleisch gut dieselbige damit gewaschen."

Der Arzt Maurice Mességué berichtet: "Während der großen Pestepidemie in Toulouse im Jahre 1630 begannen einige die Leichen zu plündern. Sie wurden gefaßt; für die Preisgabe des Geheimnisses, wie sie frei von Pest blieben, wollten die Ratsherren ihnen das Leben schenken. Sie gestanden, Salbei, Thymian, Lavendel und Rosmarin in Essig eingelegt und sich zum Schutz gegen Infektion den Körper damit eingerieben zu haben". Der berühmt gewordene "Essig der vier Diebe" ist bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im Kodex der französischen Apotheker erwähnt worden.

Verwendeter Pflanzenteil
Salbeiblätter - Folia Salviae (vor der Blüte gesammelt).

Inhaltsstoffe
Bis 2,5 Prozent ätherisches Öl (Cineol, Thujon, Campher), Bitterstoffe (Picrosalvin), Gerbstoffe.

Eigenschaften
Schweißhemmend, keimtötend; gegen Pilze und Viren; zusammenziehend, wundvernarbend.

Anwendungsgebiete
Innerlich: Übermäßige Schweißsekretion, Verdauungsbeschwerden.
Äußerlich: Mund- und Rachenentzündungen (als Spül- und Gurgelmittel).

Nebenwirkungen
Sind bisher keine bekannt.


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