Bittersüßer Nachtschatten - Solanum dulcamara
Familie der Nachtschattengewächse - Solanaceae

Bittersüß ist in ganz Europa und Asien heimisch. Der rankende Halbstrauch - unten holzig, oben krautig - ist eine hübsche Pflanze, die durch ihre violetten Blüten mit dem gelben Staubblattkegel auffällt. Schon im Sommer leuchten eiförmige, rote Beeren (giftig!) an den Zweigen, die anfänglich bitter (lateinisch: amarus) und später süß (dulcis) schmecken. Daher der Beiname "dulcamara". Feuchte und schattige Stellen in Gebüschen, Hecken und Flußuferbewachsungen sind die bevorzugten Standorte.

Bittersüß gehört zu den giftigen Nachtschattengewächsen, die eine große Rolle im Aberglauben spielten, ein altes Mittel in den Händen der Zigeuner waren und unter Sprüchen und Zauberformeln zu Liebesmitteln verwandt wurden. Familienzugehörige sind Tollkirsche, Stechapfel, Bilsenkraut und die heute sehr selten gewordene Alraune.

Verwendeter Pflanzenteil
Bittersüßstengel - Stipites Dulcamarae (zwei- bis dreijährige Stengel werden gesammelt).

Inhaltsstoffe
Glykosidische Bitterstoffe; Glykoalkaloid Solacein und Solanein; bis zu 11 Prozent Gerbstoffe. Sapogenine.

Eigenschaften
Stoffwechselumstimmende Wirkung, die sich z.B. bei der Behandlung von Hautleiden günstig auswirkt; antibiotisch; entwässernd; auswurffördernd; abführend; schweißtreibend; leicht narkotisierend.

Anwendungsgebiete
Hautleiden, bei denen ein Zusammenhang mit Stoffwechselanomalien besteht, z.B. chronisches Ekzem und Psoriasis; rheumatische Beschwerden.

Nebenwirkungen
Bei Überdosierung zentrale Erregungserscheinungen; Erbrechen; Schwindel, Krämpfe. Alle Pflanzenteile sind giftig.


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