Kapuzinerkresse - Tropaeolum majus
Familie der Kapuzinerkressengewächse - Tropaeolaceae

Die Kapuzinerkresse ist eine beliebte Balkon- und Gartenpflanze. Besonders auffallend sind die schildförmigen Blätter. Vom Hochsommer bis zum ersten Frost entfalten sich die gelben, orangen und roten gespornten Blüten. Ihre Heimat ist Peru. Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier Samen dieser Pflanze nach Europa. Noch im selben Jahrhundert wurde sie bereits in den Kräuterbüchern erwähnt, und im Gebetbuch Albrechts V. von Bayern beschrieben und abgebildet. Blätter, Knospen und Blüten verleihen Salaten und Essig einen scharfen, würzigen Geschmack. Unreife Früchte sind ein guter Kapernersatz. Sie dürfen jedoch nicht in größeren Mengen verzehrt werden, da sie sonst stark abführend wirken.

1952 konnte die jahrhundertealte Wertschätzung der Heilpflanze bestätigt werden. Es wurden leichtflüchtige antibiotische Substanzen als Hauptwirkstoffe entdeckt. Die Nebenwirkstoffe sind noch unzureichend untersucht. In Peru behandelte man schon seit altersher die verschiedensten Wunden (auch infizierte) mit frischen Blättern der Kapuzinerkresse.

Verwendeter Pflanzenteil
Kapuzinerkressekraut - Herba Tropaeoli.

Inhaltsstoffe
0,03 Prozent ätherisches Öl mit Benzylsenföl (Benzylisothiocyanat), ein scharfschmeckender Stoff; Oxalsäure.

Eigenschaften
Antibiotischer Effekt mit breitem Spektrum (grampositive und gramnegative Bakterien, Sproßpilze der Soorgruppe und verschiedene Hautpilze). Benzylisothiocyanat wird vom Dünndarm rasch absorbiert und teilweise über die Nieren ausgeschieden, z.T. durch die Atemluft abgegeben. Es lassen sich deshalb nur im Urogenitalsystem und im Bereich der Atemwege ausreichende antibiotische Serumkonzentrationen erzielen. Unspezifische Reizkörperwirkung (Anregung der Abwehrreaktion des Körpers).

Anwendungsgebiete
Als Bestandteil von Fertigpräparaten, zur Langzeitbehandlung von chronischen bakteriellen Entzündungen des Nierenbeckens; Soorinfektionen des Urogenital- und Atemtraktes; grippale Infekte; Augenheilkunde; Reizkörpertherapie.

Gegenanzeigen
Magen- und Darmgeschwüre. Nebenwirkungen
Leichte Magenreizung möglich, vor allem bei Patienten mit zu geringem Säuregehalt des Magensaftes.

Dolmagin forte Boehringer Größe 50 Stck (N3) 27,50 DM
Fichtolin Schering Größe 25 Stck(N2) 16,45 DM
Sibirian Tropf Merck 100 ml 21,70 DM

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